Lacrosse ist der wohl schnellste Sport auf zwei Beinen und verbindet Kondition, Geschick, Kraft und Taktik.

Das Spiel stammte von den Indianern an der Ostküste der USA und an den Großen Seen. Sie nannten es Baggataway oder auch Tewaraathon (“kleiner Bruder des Krieges”) und weihten es dem Kriegsgott. Nicht selten endeten diese Spiele, die zur Vorbereitung auf Kriege mit anderen Stämmen gespielt wurden, tödlich. Die Spiele wurden zum Teil mit mehr als 100 Spielern ausgetragen, und als Tor galt oft ein Stein oder ein Baum.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Lacrosse dann wirklich zu einem “ernstzunehmenden” Sport. Lacrosse verbreitete sich im Laufe der Zeit auch jenseits der Grenzen der Vereinigten Staaten. In Australien und England wurden die ersten Mannschaften gegründet, in Kanada wurde Lacrosse schnell zum Nationalsport. 1904 und 1908 war Lacrosse Olympische Disziplin, in den Jahren 1928 und 1948 wurde es im olympischen Vorführwettbewerb präsentiert. Die United States Intercollegiate Lacrosse League (USILL) wurde gegründet. 1926 wurde dann die USILL durch die United States Intercollegiate Lacrosse Association ersetzt und ist bis heute noch die Hauptautorität des Lacrosse.

Seitdem wuchs der Sport immer mehr und mittlerweile wird der Sport in über 500 Colleges und 1400 High Schools gespielt. Das Damen-Lacrosse boomt aber auch. Über 100 Colleges und 150 High Schools betreiben solche Teams. Betrachten wir Lacrosse nun am Anfang des 21. Jahrhunderts, so ist es zu einer der härtesten und schnellsten Teamsportarten auf dem Planeten geworden. Professionelle Ligen für das Hallenlacrosse existieren schon seit Jahren in den USA und im Sommer 2001 begann die Major League Lacrosse (MLL), die beste Liga der Welt. Diese schnelle Entwicklung ist in anderen Teilen der Welt nicht unbemerkt geblieben. International gewinnt Lacrosse immer mehr an Beliebtheit.

Heutzutage wird Lacrosse mit Netzschlägern, den Sticks, aus Metall und Kunststoff gespielt. Mit diesen wird ein Hartgummiball zwischen den 9 Feldspielern hin- und hergepasst, um ihn dann ins Tor des Gegners (1,80m x 1,80m) zu befördern. Geschwindigkeiten des Balles weit über 100km/h sind dabei keine Seltenheit. Doch nicht nur der kleine, schnelle Ball erschwert das Spiel. Körperkontakt in Form von Bodychecks und Stickchecks ist erlaubt. Das bedeutet nicht, dass Lacrosse brutal bzw. ohne Regeln ist, da genau festgelegt ist, wo ein Spieler getroffen werden darf – härter als die meisten anderen Sportarten ist Lacrosse dennoch.

Auch Damen-Lacrosse findet immer mehr Beliebtheit. Die Regeln unterscheiden sich hierbei jedoch grundsätzlich von denen des Herren Lacrosse. Im Gegensatz zu den Herrenregeln ist beim Damen-Lacrosse Körperkontakt verboten und die Schwierigkeit beim Fangen und Werfen wird durch deutlich flachere Sticks erhöht.