Sensationelles 8:8 gegen den Deutschen Meister

Mit einer überragenden Leistung gelang es den KIT SC Storm Lacrosserinnen zum ersten Mal überhaupt, einen Punkt gegen München in der Liga zu holen. 

Am Samstag den 3. November stand in Karlsruhe ein großer Heimspieltag an. Nachdem die Herren A gegen Würzburg antraten und die Würzburger Damen gegen München spielten, stand das große Finale an. Die Karlsruher Damen A, die schon erfolgreich mit zwei deutlichen Siegen in die Saison gestartet waren, empfingen den amtierenden Deutschen Meister aus München. Es versprach ein sehr spannendes Spiel zu werden.

Vor zahlreichen Zuschauern startete das Spiel sehr intensiv. Nachdem die Münchnerinnen den ersten Draw gewannen zeigte die Karlsruher Defense sofort ihr Können, gewann den Ball für sich und schickte ihn vor das Münchner Tor. Dort fiel nach nur einer Spielminute das erste Tor des Spiels, aus gewohnt unmöglichem Winkel, durch Kristin Weinrich. Eine bislang sehr seltene Führung von Karlsruhe gegen München.

Doch die Antwort von München ließ nicht lange auf sich warten, nur 2 Minuten später gelang dem Deutschen Meister der Ausgleich. Nun waren beide Mannschaften im Spiel und durch eine überragende Defenseleistung bewegte sich auf dem Scoreboard zunächst nichts mehr. Auf beiden Seiten wurden die Angriffe vereitelt, bis in der 11. Minute erneut Lauren Goerz für München traf. Doch die Gäste konnten sich nicht lange über diese Führung freuen, denn keine Minute später gab Laura Rösberg einen Traumpass auf Marina Onken, die den Ball sicher im Netz versenkte. Mit dem Spielstand von 2:2 ging es in die erste Pause.

Auch im zweiten Quarter schenkten sich die Kontrahenten keinen Zentimeter auf dem Feld. Durch die harte aber faire Defense der Karlsruher Defensewand und einige spektakuläre Saves von Goalie Simone konnte das Karlsruher Tor sauber gehalten werden. Vorne zielte die Attack etwas zu genau und traf 2 Mal den Pfosten, wodurch sich auch hier nichts am Score änderte. 5 Minuten vor der Halbzeitpause hatten die Stormerinnen eine kleine Konzentrationskrise, die München sofort mit 2 schnellen Toren in der 25. und 26. Minute bestrafte. Kurz darauf konnte Karoline Haack nochmals auf ein 3:4 verkürzen, doch die Erleichterung hielt nur kurz bis München 5 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den Ball nochmals an Simone vorbei ins Karlsruher Tor beförderte. Mit einem Halbzeitstand von 3:5 ging es in die Pause.

Nach einer motivierenden Ansprache von Trainer Steffen starteten die Stormerinnen in die zweite Halbzeit. Das Ziel war klar: keine falsche Angst vor den Gegnerinnen, das hatte der Spielverlauf bis jetzt gezeigt. Und die zweite Halbzeit war schon immer unsere Lieblings-Halbzeit! Das zeigte Katrin Erlenbach auch sofort und überwand die Münchner Defense mit einer für sie typischen Leichtigkeit. Da war der Anschlusstreffer, jetzt sollte der Ausgleich her! Dies wollte der deutsche Meister jedoch verhindern, antwortete prompt mit einem weiteren Tor und ließ diesem noch zwei weitere im dritten Quarter folgen. Mit einem Spielstand von 4:8 nach 40 Minuten wirkte es so als ob die Dominanz der Mannschaft aus der bayrischen Hauptstadt weiterhin die Liga bestimmen sollte.

Die Fans gaben schon fast die Hoffnung auf, doch nicht so die Mannschaft. Trainer Steffen pushte den Kampfeswillen nochmals durch eine Ansprache in der Quarterpause und das hatte Effekte. In der 52. Minute sollte sich das Blatt durch ein spektakuläres Quicksticktor durch Laura Rösberg wenden. Nun stand es 5:8, doch das war nur der Anfang. Beim anschließenden Draw konnte Karo sich behaupten und nach ein paar schnellen Pässen folgte der Pass auf Laura, die die Münchner Defense überrannte und das nächste Tor schoss. 6:8! Und weil es so schön war machten die Stormerinnen einfach nochmal das gleiche und Laura beförderte den Ball vorbei am Münchner Goalie ins Netz zum 7:8. Noch 5 Minuten zu spielen und die Zuschauer konnten es kaum fassen! Auch den Münchnerinnen konnte man anmerken, dass sie damit sicher nicht gerechnet hatten und sie nahmen eine Auszeit. Doch auch das sollte nichts helfen, die Karlsruherinnen waren heiß auf eine Sensation und Karo nahm es in die Hand in der 58. Minute den heiß ersehnten Ausgleichstreffer zu schießen. Nun hieß es Unentschieden, doch es waren noch fast 2 Minuten zu spielen und es sollte nochmal spannend werden. In der letzten Spielminute bekam München eine Free Position zugesprochen und alle, egal ob Spieler oder Zuschauer, konnten nur noch den Atem anhalten. Sollte der harte Kampf doch keine Früchte tragen? Doch die Anspannung war unbegründet, denn Karlsruhe hat bekanntlich nicht nur eine Abwehrwand, sondern auch einen überragenden Goalie, die den Schuss mühelos parierte. Und schon war der Ball in Karlsruher Besitz, und es waren noch 30 Sekunden zu spielen. Die offene Verteidigung der Münchnerinnen hielt die Stormerinnen im Mittelfeld auf und verhinderte so eine Chance auf einen anschließenden Siegtreffer, doch das tat der Freude keinen Abbruch. Noch nie hatte Karlsruhe oder eine andere Mannschaft in der Bundesliga Süd einen Punkt gegen die stets dominanten Münchnerinnen geholt, und damit fühlt sich dieses Unentschieden wie ein spektakulärer Sieg an!

Wir danken unseren Gästen aus München für das spannende Spiel und freuen uns schon jetzt auf die Begegnung in der Rückrunde. Doch zunächst stehen die Spiele am 11. November gegen den Aufsteiger aus Würzburg und am 25. November gegen Heidelberg an. Bis dahin verbleiben wir mit einem kräftigem GO STORM und sind gespannt wer als Tabellenführer der Bundesliga Süd in die Winterpause gehen wird.

Für den KIT SC spielten: Simone Lay, Katrin Erlenbach, Anne Rubin, Laura Rösberg, Marina Onken, Olivia Rau, Kristin Weinrich, Karoline Haack, Selina Engelhardt, Sarah Klein, Mirka Tiede, Theresa Schneider, Gina Kaysan, Rosa-Rafaela Frietsch Musulin, Jeanette Mahlstedt

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